Das Klima geht baden. Von Kyoto zu Kopenhagen*

17. Juni 2009

Wissenschaftlich ist nicht nur die Existenz eines menschengemachten Klimawandels unumstritten – mehr noch, mittlerweile häufen sich die Berichte, die jetzt schon Auswirkungen des globalen Wandels beobachten.

Die US-Regierungunter Präsident Obama legte einen neuen Bericht vor, der die zu erwartenden Auswirkungen des Klimawandels auf die USA beschreibt. Zusammengefasst in zehn Punkten, spricht der „U.S. Climate Impact Report“ eine deutliche Sprache: Der Klimawandel wird schon bald kommen, zum Teil ist er schon da. Seine Auswirkungen werden den Alltag aller Bürger drastisch berühren, die US-Regierung spricht im wesentlichen von Folgen für den Wasserhaushalt, Ernteausfälle, Küstengebiete, menschliche Gesundheit, und sozialen Zusammenhalt.

„Future climate change and its impacts depend on choices made today“:

Heute treffen wir die Entscheidungen, die unsere Zukunft bestimmen. Dennoch: „derzeit gewinnt man leicht den Eindruck, ein Klimagipfel jagt den nächsten – aber es bewegt sich nichts. Auf den zweiwöchigen Verhandlungen der UN-Klimarahmenkonvention in Bonn ruhten große Hoffnungen, dass dort endlich der Durchbruch für einen ehrgeizigen Kyoto-Folgevertrag geschafft wird – entsprechend groß ist die Enttäuschung über den bedeutungslosen Abschluss am Freitag“, schreibt das greenpeace magazin.

Der de-facto-Stillstand der Verhandlungsführer liegt wohl kaum an mangelnden Vorschlägen. Im Gegenteil: Verbände und Wissenschaftler aller Art beteiligen sich am Diskurs, und legten zum Teil sehr ambitionierte und durchdachte Papiere vor. Gerade im Wahljahr 2009, schreiben die Wissenschaftler sinngenmäß, müsste es doch eigentlich gelingen, das Thema auf die Agenda zu setzen und politischen Aufbruch zu bewirken?

*Bislang werden Emissionsrechte im Bezug auf den Klimawandel vom in Japan geschlossenen Kyoto-Protokoll geregelt. Im dritten Quartal diesen Jahres soll nun in Kopenhagen ein Nachfolgeprotokoll beschlossen werden.  Doch wie es aussieht, geht das Klima schon mal baden.

Denn die schlechten Nachrichten reißen nicht ab: Die Klimasensivität ist laut IPCC, also UN-Klimabehörde, revidiert worden – das heißt, dass die Treibhausgas-Konzentration zum Erreichen eines bestimmten Erwärmungs-Maximums geringer als bislang angenommen sein muss. Wir dürfen noch weniger Treibhausgase emittieren, wenn wir eine lebenswerte Erde behalten wollen.
Außerdem wird deutlich, dass die Schwellenwerte, zu denen wir eine weitergehende Umweltgefährdung befürchten müssen, weiter gesunken sind. Gleiche Auswirkung.

„Und: Umweltschutz genießt häufig erst dann Priorität, wenn die Wirtschaft ansonsten floriert und alle sorglos sind. Geht es aber den Bach hinunter, in die Rezession, so besteht die Gefahr, dass auch Umweltproblemen kein so hoher Stellenwert mehr beigemessen wird“. Auch das ist keine neue Erkenntnis.

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